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Ratgeber16. AUGUST 2026

Tierregister Schweiz: AMICUS, ANIS und STMZ erklärt

AMICUS, ANIS oder STMZ? Erfahre, wo du Hund oder Katze registrierst, Daten aktuell hältst und ein vermisstes Tier in der Schweiz meldest.

AMICUS, ANIS und STMZ verfolgen dasselbe grosse Ziel: Haustiere sollen eindeutig zugeordnet und im Notfall schneller nach Hause gebracht werden. Trotzdem sind die drei Angebote nicht austauschbar. AMICUS ist die obligatorische Hundedatenbank, ANIS das freiwillige Register für Katzen und andere Heimtiere und die STMZ eine nationale Plattform für Vermisst- und Fundmeldungen.

Hier erfährst du, welche Stelle für dein Tier zuständig ist, wer die Daten erfasst und was du bei einem Umzug, Halterwechsel oder Verlust prüfen solltest.

Die drei Stellen auf einen Blick

StelleWofür ist sie da?Für welche Tiere?Pflicht?
AMICUSIdentifikation und RegistrierungHundeJa, schweizweit
ANISIdentifikation und RegistrierungKatzen und andere Heimtiere ausser HundenFreiwillig
STMZVermisst- und FundmeldungenHaustiere verschiedener ArtenBei einem Verlust freiwillig; Fundtiere müssen korrekt gemeldet werden

Der wichtigste Unterschied: AMICUS und ANIS verknüpfen eine Mikrochipnummer mit einem Tier und seiner Halterin oder seinem Halter. Die STMZ veröffentlicht und vergleicht dagegen aktuelle Such- und Fundmeldungen. Sie ist kein Ersatz für eine korrekte Chipregistrierung.

AMICUS: die obligatorische Hundedatenbank

AMICUS ist die nationale Datenbank für Hunde in der Schweiz. Sie wird von der Identitas AG im Auftrag der Kantone betrieben. Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen müssen Hunde mit einem Mikrochip gekennzeichnet und in AMICUS registriert sein.

Die Aufgaben sind zwischen mehreren Beteiligten verteilt:

  • Die Gemeinde erfasst neue Hundehalterinnen und Hundehalter und pflegt die Adressdaten.
  • Eine Tierärztin oder ein Tierarzt implantiert den Mikrochip und übernimmt die Erstregistrierung des Hundes.
  • Die haltende Person meldet spätere Änderungen, etwa eine Übernahme oder Abgabe, und kontrolliert ihre erreichbaren Kontaktdaten.

Wenn du erstmals einen Hund hältst, ist deshalb in der Regel deine Wohngemeinde die erste Anlaufstelle. Vereinbare danach einen Termin in einer Tierarztpraxis, falls der Hund noch nicht korrekt gekennzeichnet und registriert wurde. Bei einem bereits registrierten Hund solltest du prüfen, ob die Übernahme in deinem Konto bestätigt werden muss.

Auch importierte Hunde brauchen einen korrekten Eintrag: Die Kennzeichnung muss nach der Einfuhr durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt kontrolliert und AMICUS gemeldet werden. Für die aktuell geltende Frist und weitere Einfuhrbestimmungen solltest du die Hinweise des BLV beachten.

ANIS: das freiwillige Register für Katzen und andere Heimtiere

ANIS ist die Schweizer Heimtierdatenbank für sämtliche Heimtiere ausser Hunden. Am häufigsten werden Katzen registriert, möglich sind aber beispielsweise auch Kaninchen, Frettchen, Papageien oder Schildkröten. Die Registrierung ist freiwillig.

Bei einer Katze setzt eine Tierärztin oder ein Tierarzt den Mikrochip ein und registriert die Chipnummer. Der Eingriff ist mit einer Impfung vergleichbar. Danach solltest du dich vergewissern, dass das Tier in deinem ANIS-Konto erscheint und deine Angaben stimmen.

Eine Registrierung ist besonders sinnvoll für:

  • Freigänger-Katzen
  • Katzen nach einem Umzug
  • Tiere, die mit in die Ferien reisen
  • scheue Tiere, die sich von Findern kaum anfassen lassen
  • Heimtiere ohne gut sichtbare Kontaktmöglichkeit

Wird ein gechipptes Tier gefunden, können beispielsweise Tierarztpraxen, Tierheime und Polizeistellen die Chipnummer mit einem Lesegerät auslesen. Berechtigte Stellen können das Tier anschliessend über ANIS zuordnen und die hinterlegte Person kontaktieren. Ein Smartphone allein kann einen implantierten Mikrochip nicht lesen.

STMZ: wenn ein Tier vermisst oder gefunden wird

Die Schweizerische Tiermeldezentrale STMZ führt eine nationale Datenbank für vermisste und gefundene Tiere. Du kannst dort eine Vermisst- oder Fundmeldung mit Foto, Beschreibung, Ort und Zeitpunkt erfassen. Meldungen lassen sich teilen und als Suchplakat ausgeben.

Die STMZ wird dann wichtig, wenn ein Tier tatsächlich verschwunden ist oder du ein möglicherweise verlorenes Tier findest. Eine Meldung ergänzt die Suche über AMICUS oder ANIS, ersetzt sie aber nicht:

  • Chipregister: ordnet eine dauerhafte Chipnummer einem Tier und seinen hinterlegten Kontaktdaten zu.
  • STMZ-Meldung: zeigt, dass ein bestimmtes Tier aktuell gesucht oder an einem bestimmten Ort gefunden wurde.

Bei einem Fundtier können zusätzlich kantonale Vorgaben gelten. Kläre im Zweifel mit der Polizei, der Gemeinde oder der zuständigen kantonalen Fundtierstelle, wohin die Meldung gehört. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Ratgeber Haustier gefunden in der Schweiz.

Was tun, wenn dein Tier verschwunden ist?

Handle parallel statt nacheinander:

  1. Suche zuerst in der unmittelbaren Umgebung und informiere die Nachbarschaft.
  2. Prüfe, ob deine Kontaktdaten in AMICUS oder ANIS aktuell sind.
  3. Erfasse eine Vermisstmeldung bei der STMZ mit einem gut erkennbaren Foto.
  4. Informiere lokale Tierheime, Tierarztpraxen und je nach Situation die Polizei oder Fundtierstelle.
  5. Teile die Suchmeldung gezielt in lokalen Gruppen, ohne unnötige persönliche Daten öffentlich zu machen.

Für den akuten Fall helfen dir unsere detaillierten Anleitungen Hund verloren in der Schweiz und Katze weggelaufen in der Schweiz.

Welche Daten solltest du aktuell halten?

Ein registrierter Chip hilft nur, wenn die Zuordnung stimmt und du erreichbar bist. Kontrolliere deshalb regelmässig:

  • Mobilnummer und E-Mail-Adresse
  • Wohnadresse
  • Name und Beschreibung des Tiers
  • Halterwechsel oder Übernahme
  • Vermisst-Status nach der Rückkehr

Ein guter Zeitpunkt für den Check ist der jährliche Tierarzttermin. Prüfe die Daten zusätzlich nach einem Umzug, einem Wechsel der Telefonnummer oder wenn das Tier eine neue Bezugsperson erhält.

Die Chipnummer findest du häufig im Heimtierausweis oder in den Unterlagen der Tierarztpraxis. Lass den Chip beim Kontrolltermin kurz auslesen, wenn du unsicher bist. So stellst du fest, ob er lesbar ist und die Nummer mit deinen Dokumenten übereinstimmt.

Warum der Mikrochip allein den Finder-Moment nicht löst

Der implantierte Mikrochip ist eine zuverlässige, dauerhafte Kennzeichnung. Für einen zufälligen Finder bleibt er jedoch unsichtbar. Das Tier muss zuerst gesichert und zu einer Stelle mit Lesegerät gebracht werden. Eine sichtbare Kontaktmöglichkeit am Halsband kann diesen Umweg verkürzen.

Eine klassische Gravur zeigt direkt eine Telefonnummer. Eine QR-Tiermarke kann zusätzlich ein aktualisierbares Tierprofil öffnen. Darin lassen sich je nach Profil Kontaktwege und wichtige Hinweise zum Verhalten oder zur Gesundheit hinterlegen. Der Finder braucht dafür kein spezielles Lesegerät und keine App, sondern scannt die Marke mit der Smartphone-Kamera.

Die Lösungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben:

  1. Mikrochip plus AMICUS oder ANIS für die offizielle beziehungsweise dauerhafte Zuordnung
  2. STMZ für die öffentliche Suche im konkreten Verlustfall
  3. Sichtbare Marke für den direkten Kontakt am Fundort

Mehr dazu erfährst du im Vergleich QR-Tiermarke oder Chip.

Fazit: registrieren, aktualisieren, sichtbar ergänzen

Für Hunde führt kein Weg an AMICUS vorbei: Chip und Registrierung sind in der Schweiz obligatorisch. Katzen und andere Heimtiere können freiwillig in ANIS registriert werden. Wenn ein Tier vermisst oder gefunden wird, bringt die STMZ die aktuelle Such- oder Fundmeldung ins nationale Helfernetzwerk.

Der beste Schutz entsteht nicht durch eine einzelne Lösung. Halte die Chipdaten aktuell, melde einen Verlust sofort und gib Findern nach Möglichkeit einen sichtbaren Kontaktweg. So werden aus drei getrennten Werkzeugen drei Chancen auf ein schnelles Wiedersehen.

Quellen

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